Fallbeispiel:

Klaus (Name geändert), ein 42-jähriger Mann, kommt zur Hypnose, da er (O-Ton) „die Schnauze voll davon hat“, dass er nicht Nein sagen kann. Er nimmt beispielsweise von Kollegen zusätzliche Arbeit an, obwohl er gar keine Lust drauf hat. Wenn er mit seinen Kumpels zusammen ist, wird er oft zum Bier holen geschickt und seine 8-jährige Tochter tanzt ihm auf der Nase rum. Er fühlt sich in diesen Momenten wie ein kleiner Junge und allein schon der Gedanke, er würde es einmal anders machen, erzeugt bei ihm ein Gefühl im Hals, als würde man ihm mit einem Seil den Hals zuschnüren und es kommt einfach nichts aus seinem Mund, außer: „Ja klar, mach ich.“ Dieses Verhalten hat den Mann während seiner Kindheit und Jugend und bis ins Erwachsenenalter weiter begleitet und sich auch auf andere Lebensbereiche ausgeweitet.

Nach einem ausgiebigen Vorgespräch (Anamnese), wurde die Auflösende Hypnose in diesem Fall über das Gefühl im Hals eingeleitet. Im Trancezustand hat das Unterbewusstsein dann ein korrelierendes negatives Ereignis aus der Kindheit hochgespielt, in dem ein großer Bruder vom Fußballkollegen ihn mal heftig an die Wand gedrückt, seine Kehle umfasst hat und gesagt hat, er solle seine nervige Klappe halten. Der Schreck und die Scham, die er in jenem Moment gespürt hat, zeigte sich in der Hypnose in Form von Zittern und Weinen. Durch die Abreaktion konnten die damals verdrängten Gefühle von dem kleinen Kind adäquat verarbeitet werden, da die Hypnose Zeit und Raum zur Verfügung gestellt hat und schnell und direkt an der Ursache angesetzt hat. Meist kommt man mit Gesprächen nicht so schnell an die Ursache heran. Klaus konnte sich bewusst nur noch ganz dunkel an diesen Vorfall erinnern.

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