Anspannung und Stress sind in unserer heutigen Gesellschaft ein sehr weit verbreitetes Phänomen. Die negativen Auswirkungen von Stress zeigen sich ganz individuell auf körperlicher und psychischer Ebene. Da wir meist in unserem Hamsterrad gefangen sind, merken wir die negative Veränderung oft erst sehr spät. Das ist schade und tut uns einfach nicht gut.

Was ist überhaupt Stress?

In der Wissenschaft wird Stress als ein Prozess bezeichnet, durch den wir bestimmte Ereignisse (Stressoren) wahrnehmen und darauf reagieren. Grundlagenforscher Selye bezeichnet den inneren Ablauf bei andauernden Stressreizen als Adaptationssyndrom. Da passiert dann in drei Phasen folgendes in unserem Körper:

  1. Alarmreaktion

Unser Körper reagiert auf Stress mit einer Stimulierung des Sympathikus in unserem Nervensystem. Der Blutzuckerspiegel steigt an und Puls und Blutdruck erhöhen sich. Stresshormone wie Kortisol und Adrenalin werden ausgeschüttet, die dann die Organe in unserem Körper auf Kampf und Flucht vorbereiten. Unser Körper ist also richtig hochgefahren. 

  1. Widerstandsstadium

Hier versucht unser wunderbarer Körper, dass Gleichgewicht, also den Normalzustand wieder herzustellen, indem er die stressauslösenden Reize versucht, zu verringern. Dieser Vorgang ist sehr anstrengend für unseren Körper. Wenn das häufig geschieht, kommt es zu hormonellen Veränderungen und entzündlichen Reaktionen.

  1. Erschöpfungsstadium

Irgendwann, wenn die körperlichen Stress-Bewältigungsmechanismen nicht mehr gegen an kommen, tritt die Adrenalin-Erschöpfung ein. Das Immunsystem wird unterdrückt, die Energiespeicher sind aufgebraucht und die Organe zeigen negative Veränderungen, die dann zum Tod führen.

Symptome von Stress

Lang anhaltender Stress kann zum Beispiel zu körperlichen Symptomen wie Herz- und Kreislaufbeschwerden, Müdigkeit, Schlafproblemen und Kopf-, Rücken-, und Nackenschmerzen führen. Der Magen-Darm-Bereich kann Störungen wie Verstopfung oder Reizdarm hervorrufen. Besonders häufig lässt sich Stress auch durch vermehrtes Zähneknirschen erkennen.

Auch die psychischen Folgen von Stress können uns ganz schön zu schaffen machen, wenn wir uns nicht rechtzeitig darum kümmern. Wenn der Kopf erstmal voll ist, dann kann es zu Konzentrationsschwierigkeiten kommen, die uns das Gefühl geben, nichts mehr auf die Reihe zu kriegen. Es kommt gegebenenfalls zu mehr Wut und Streit in Beziehungen; wir sind dann einfach überfordert. Alles wird schwerer und wenn wir nicht rechtzeitig den Kopf wieder freipusten und uns entspannen, sind auch ein Burnout und Depressionen nicht mehr weit.

Stresstips:

  1. Verändere Deine Perspektive

Schau mal aus der Vogelperspektive auf Dich. Ganz nüchtern und ohne Emotionen.                     Wie wirkst Du auf Dich selbst, wenn Du gestresst bist? Wie ist Deine Körperhaltung? Wie ist Deine Stimme? Wie sind Deine Bewegungen? Wie ist Dein Gesichtsausdruck? 

Geht es Dir in dem Moment gut? Wie fühlst Du Dich? Wie fühlt sich Dein Körper an?

2. Hinterfrage die Erwartungen an Dich selbst 

Stress steht auch in enger Verbindung mit Perfektionismus und Erwartungen. Menschen, die eher perfektionistisch veranlagt sind, haben oft das Gefühl, immer noch mehr und noch mehr machen zu müssen. Das Endprodukt ist irgendwie nie fertig, nie gut genug; der Kopf befindet sich stets im Arbeits- und Such-Modus. 

So kann sich keine Befriedigung einstellen, es ähnelt eher einen persönlichen Hetzjagd, die nie ein Ende findet. 

3. Hinterfrage die Erwartungen von Dir an andere 

Auch die Erwartungen, die Du an andere hast, spielen bei Stress eine große Rolle. Vielleicht hast Du das Gefühl, dass viel an Dir hängen bleibt, weil Du Sachen erledigen willst und andere sich dumm stellen. Vielleicht hast Du das Gefühl, wenn Du nicht alles selber machst, wird es sowieso nicht so gut und deswegen fällt es Dir schwer, Aufgaben abzugeben. Vielleicht bist Du enttäuscht, dass andere nicht so wie Du an bestimmte Sachen rangehen. 

Falsche oder zu hoch gesteckte Erwartungen an andere führen nur zu Enttäuschung. 

4. Pessimismus und Optimismus

Grundsätzlich haben es Optimisten wohl leichter im Leben (wenn sie sich nicht selbst veräppeln mit unrealistischem Positiv-blabla). Aus Pessimistensicht ist es aber total sinnvoll, sich vorher über das, was gegebenenfalls passieren könnte, Gedanken zu machen. 

Nun ist es aber so, dass ca. 95% von den sogenannten Worst-Case-Szenarios gar nicht geschehen. Ist doch gut, dann war ich wenigstens auf alles vorbereitet, mag ein Pessimist wohl dazu sagen. Ja. Aber: Es tut Dir und Deinem Körper nicht gut. 

5. Ruhe 

Wieviel Verschnaufpause gönnst Du Dir? Darf sich Dein Kopf auch mal entspannen und zur Ruhe kommen? 

Hier kommt die Gehirnwellenfrequenz ins Spiel. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass unser Gehirn im Stress unter Hochspannung arbeitet. Daher ist es so wichtig, es auch regelmäßig zu entspannen, damit es sich wieder regenerieren kann. 

6. Belohnung 

Belohnst Du Dich für etwas, was Du gut gemacht hast? Gönnst Du Dir mal was, einfach nur für Dich? Wann hast Du zuletzt Dinge gemacht, die Dich entspannen? 

(Badewanne, Lesen, Spazierengehen, Eis essen, im Wald wandern, Spieleabend mit Freunden,…)

7. (Social) Media

Wie ist Dein Umgang mit den sozialen Medien? Wie oft hast Du Dein Handy in der Hand? Bist Du Nachrichtengucker:in? 

Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, den ganzen Tag Informationen aufzusaugen.

8. Bewegung

Bewegung hilft gegen Stress. Bestenfalls kommen wir dabei in den sogenannten Flow-Zustand, in dem wir einfach sind und uns gut fühlen. Das kann auch schon bei einem Spaziergang erreicht werden, am besten in der Natur. Atmen, gehen und lauschen.

9. Meditation 

Ja. Auch ich empfehle Meditation. Es beruhigt den Kopf ungemein. Meditation gibt uns die Möglichkeit, unsere vielen Gedanken einfach mal zu beobachten und sie dann wieder gehen zu lassen, ohne dass wir etwas tun müssen. Wir müssen nicht gleich reagieren. Es sind nur Gedanken. Und Du bist nicht Deine Gedanken.

10. Struktur 

Struktur hilft uns, nicht kopflos tausend Dinge auf einmal zu machen. Dabei kannst Du auf Deine persönlichen Vorlieben eingehen. Was machst Du lieber morgens, was abends? Macht es für Dich Sinn, nervige Sachen gleich zu Beginn des Tages zu erledigen? Plane Pausen und Belohnungen für Dich mit ein.

11. Dankbarkeit

Vielleicht ist Dir dieser Punkt ein wenig zu schnulzig, aber er hat immense Kraft. Sobald Du dankbar bist, für die Dinge, die passiert sind und für das, was Du so im Leben besitzt und hast, stellt sich automatisch mehr Zufriedenheit und Ruhe in Dir ein. Das betrifft meist die kleinen Dinge des Lebens. 

12. Back to the roots

Was hast Du als Kind gerne gemacht? Erinnere Dich an Zeiten, in denen Du gespielt hast und noch keine Verpflichtungen des täglichen Lebens zu erfüllen hattest. Was hat Dir Spaß gemacht früher? Hinterfrage einmal, wann der Stress in Dein Leben gekommen ist und erlaube Dir, Deine Seele mal wieder baumeln zu lassen. 

Hinter vielen dieser Einstellungen und Stresssymptomen liegt oft ein Selbstwertproblem versteckt. 

> Leistungsanspruch

> Angst, Fehler zu machen

> wenig Resilienz

> Sorge, nicht gut genug zu sein

> Glaubenssätze wie „Ich schaff das alles nicht“, „Niemand hilft mir“, „Ich muss alles alleine schaffen“… 

Hypnose kann da sehr gut helfen. 

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